Maulwurf vertreiben mit Carbid

carbid

By Rasbak (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Auch den Begriff Carbid (manchmal Karbid geschrieben) können viele etwas anfangen oder haben ihn schon einmal gehört. Besonders die Älteren kennen Carbid aus verschiedenen Zusammenhängen – in einigen Regionen ist z.B. das Carbidschießen ein beliebter Brauch bei Hochzeitsfeiern oder zu Neujahr. Carbid setzt aber auch unangenehme Gerüche frei und wird daher zur Vergrämung von Maulwürfen und Wühlmäusen benutzt. Es ist im Baumarkt, spezialisierten Online-Händlern oder auf Amazon erhältlich.

Zusammensetzung

Das landläufig als Carbid bekannte Material heißt eigentlich Calciumcarbid. Es gehört in die Gruppe der Carbide, Verbindungen von chemischen Elementen mit Kohlenstoff.

Calciumcarbid hat die chemische Summenformel CaC2, besteht also aus einem Calcium- und zwei Kohlenstoffatomen. Calciumcarbid wird im Lichtbogenofen bei hohen Temperaturen aus Koks und Calciumoxid gewonnen. Im reinen Zustand ist Carbid weiß.

Die im Handel erhältlichen Carbid-Kristalle haben eine bräunliche bis graue Farbe. Das rührt daher, dass sie kein reines Carbid enthalten, sondern mit Kohlebestandteilen oder Eisenoxid-Verunreinigungen versetzt sind. Auch Bestandteile von anderen chemischen Stoffen sind, durch den Herstellungsprozess begründet, mit beigemengt.

Wirkung

Carbid setzt durch Reaktion mit Wasser Acetylen (Ethin) frei, einen Stoff aus der Gruppe der Alkine. Dieser ist hochentzündlich! Carbid wird daher im autogenen Schweißen verwendet (Karbidschweißen). Früher wurde es wegen der Entflammbarkeit von Acetylen in Fahrradlampen und Grubenbeleuchtung eingesetzt. Wegen seiner hellen Flamme nutzen Höhlenforscher noch heute gern Carbidlampen.

Neben Acetylen werden auch unangenehm riechende Gase bei der Reaktion von Carbid mit Wasser freigesetzt. Diese sind sind jedoch auf die Reaktion der Verunreinigungen mit Wasser zurückzuführen – reines Calciumcarbid würde keine unangenehmen Gerüche erzeugen.

Einsatz im Garten

Aufgrund der übelriechenden Gase, die beim Feucht-Werden der Karbidkristalle entstehen, wird Carbid gern auch zur Vergrämung der ungeliebten Säugetiere (Maulwürfe und Wühlmäuse) aus dem heimischen Garten verwendet. Da die übelriechenden Gase, welche die Tiere vertreiben, eher ein Nebenprodukt der Reaktion von Carbid mit Wasser bzw. Feuchtigkeit sind, hält die Wirkung nicht sehr lange vor. Zudem wird Carbid von der UN-Expertenkommission als Gefahrenprodukt klassifiziert. Es muss mit viel Vorsicht behandelt werden und darf nicht in Naturschutzgebieten, Wasserschutzgebieten oder Orten mit Heilquellen eingesetzt werden.

Alternative zu Carbid

Wenn Sie sich für eine Vergrämung der Plagegeister mithilfe von Geruchsquellen entscheiden, empfehlen wir Ihnen Buttersäure als Alternative zu Carbid. Die Geruchsvergrämung gelingt ebenso, jedoch ist der Einsatz von Buttersäure nicht mit so vielen Risiken behaftet wie der von Carbid.